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Verrat im Zunfthaus

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Beginn: 13. Juni 2016
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Körbchen mit Meerblick

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Körbchen mit Meerblick

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Vergeltung im Münzhaus

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Gewinnspiel Nr. 5 der Release-Party für „Körbchen mit Meerblick“

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Ihr braucht dringend schon mal eine Einstimmung auf den Urlaub? Strandlektüre vom Feinsten? Oder was zum Überbrücken der Zeit, bis Körbchen mit Meerblick endlich in euren Besitz übergehen kann?

Da hätte ich was Schönes für euch:

Ein Strandlektüre-Wohlfühlpaket, dass es so nur hier in meinem Blog zu gewinnen gibt. Es besteht aus einem signierten Exemplar meines historischen Romans Das Haus in der Löwengasse, einem Duft-Windlicht, einem Glas voller wunderschöner Muscheln und einem maritimen Deko-Anhänger.

Banner Facebookbanner Gewinnspiel Wohlfühlpaket Mai 2016

Um teilzunehmen, müsst ihr lediglich einen (hoffentlich netten) Kommentar unter diesem Blogbeitrag hinterlassen. Erzählt mir doch zum beispiel, wie ihr auf  meine Bücher aufmerksam geworden seid. Das Paket wird unter allen Teilnehmern verlost.

Teilnahmeschluss ist Dienstag, der 31. Mai 2016, 24 Uhr.

Viel Glück!

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Teilnahmebedingungen:

Das Gewinnspiel wird durchgeführt von der Autorin Petra Schier.
Zu gewinnen gibt es ein Strandlektüre-Wohlfühlpaket, bestehend aus einem signierten Exemplar meines historischen Romans Das Haus in der Löwengasse, einem Duft-Windlicht, einem Glas Muscheln und einem maritimen Deko-Anhänger.
Die Teilnahme erfolgt durch Hinterlassen eines Kommentars zu diesem Gewinnspiel-Beitrag hier im Blog.
Das Gewinnspiel endet am 31. Mai 2016, 24:00 Uhr.
Der Gewinner wird per Losverfahren ermittelt und spätestens innerhalb von 7 Tagen nach Ablauf der Teilnahmefrist hier im Blog bekanntgegeben, und zwar sowohl in einer Antwort auf den entsprechenden Teilnehmer-Kommentar unter dem Gewinnspiel als auch in einem separaten Beitrag hier im Blog.
Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb von 1 Woche auf die Gewinnbenachrichtigung per E-Mail bei Petra Schier, verfällt der Gewinn.
Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahre, sonst nur mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung ist nicht möglich.
Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, im Falle eines Gewinnes namentlich im Blog von Petra Schier genannt zu werden, und zwar in der folgenden Form: Michaela Muster, Musterstadt
Der jeweilige Gewinn wird von der Autorin per Post verschickt. Postsendungen benötigen i.d.R. innerhalb Deutschlands ca. 1 bis 3 Werktage für die Zustellung. Ins Ausland kann die Zustellung deutlich länger dauern.

Datenschutzerklärung:

Die bereitgestellten Informationen werden ausschließlich für die Ermittlung und Kontaktierung des Gewinners verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Die per E-Mail übermittelten Kontaktinformationen des Gewinners werden nach Abwicklung des Gewinnspiels gelöscht. Ergänzend gelten auch die Datenschutzrichtlinien dieses Blogs.

Fragen oder Bitten um Informationen zu dem Gewinnspiel sind zu richten an: kontakt@petra-schier.de

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Schreibtagebuch „Vergeltung im Münzhaus“: Tag 96

Banner Schreibtagebuch Vergeltung im Münzhaus Tag 96Abschiedsschmerz

Die vergangenen zwei Wochen habe ich wieder einmal keinen Tagebucheintrag verfasst, weil ich unter den Symptomen obigen Zustands litt. Zumindest erkläre ich mir so die Tatsache, dass ich viel länger für den Abschluss des Romans gebraucht habe, als ich geplant hatte. Irgendwie wollte mein Unterbewusstsein sich nicht von den Figuren trennen, die ich nun schon über sechs Bücher und 11 Jahre (in der Geschichte sind es sogar 13 Jahre) begleitet habe. Wie sich das dann auf den Ausgang der Geschichte ausgewirkt hat, verrate ich hier selbstverständlich nicht. Aber der Wortwechsel zwischen zwei der Hauptfiguren im letzten Kapitel dürfte eingefleischten Adelina-Fans trotz der Tatsache, dass es sich hier um den letzten Band der Reihe handelt, hoffentlich ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Im letzten Kapitel? Genau, das Manuskript ist fertig. Fertig! FERTIG. Seit drei Tagen.

Komplett. Inklusive Nachwort der Autorin. In den kommenden Tagen muss ich lediglich noch die Figurenliste zusammenstellen, die Leitsätze weitergeben (es sind zwei und ich habe sie erst gestern gefunden) und dann noch mit der Lektorin besprechen, ob ein kleines Glossar nötig ist oder nicht.

Übrigens habe ich diesmal auf den Prolog verzichtet. In den ersten fünf Bänden gab es jeweils einen, aber diesmal wollte sich einfach keiner schreiben lassen. Jedenfalls kein wirklich sinnvoller, packender. Aber wer hat eigentlich behauptet, dass jeder Adelina-Band einen Prolog braucht? Genau, niemand. Das Buch ist trotzdem noch dicker geworden als das letzte. Genug Lesestoff ist also auf jeden Fall vorhanden.

Alles in allem ist dieses Buch deutlich emotionaler ausgefallen als seine Vorgänger. Oder bilde ich mir das vielleicht nur ein? Es ist anders als die fünf übrigen Adelina-Romane und irgendwie auch wieder nicht. Es schließt mit vielen Dingen ab, ohne dabei so akribisch zu sein, dass für die Phantasie der Leserinnen und Leser kein Raum mehr bleibt. Und, wie gesagt: Der Prolog fehlt. 😀

Ach ja, und damit es hinterher nicht heißt, ich hätte euch nicht ausdrücklich gewarnt:

Falls hier jemand mitliest, der oder die etwas gegen Liebesszenen, genauer gesagt Sex/Erotik in Romanen hat, sollte er oder sie entweder die Finger von diesem Buch lassen oder die entsprechenden Seiten tunlichst überblättern. Wäre aber schade, denn dann entgeht euch was, und zwar nicht allein um der Sache willen (die mir hoffentlich sehr ansprechend gelungen ist), sondern weil diese Szenen da, wo sie vorkommen, eine wichtige Funktion erfüllen. Ich schreibe „so was“ nämlich nicht einfach, damit eure voyeuristische Ader befriedigt wird, sondern weil mit ihrer Hilfe Handlung, Sinn und/oder Figurenentwicklung aufgebaut, vorangetrieben oder manchmal auch vollendet werden.

Also schreit bitte nicht gleich „Porno!“ Das ist es im übrigen sowieso nicht. Wenn ihr nach so was sucht, werdet ihr bei mir nicht fündig. Es gibt viele Autorinnen und Autoren, die in ihren Romanen wesentlich expliziter werden, und wo das hinpasst (zum Beispiel im Erotikgenre), ist das auch vollkommen in Ordnung. Bei meiner Version würden jene geschätzten Kolleginnen und Kollegen vermutlich mit einem Schmunzeln „Blümchensex“ daneben schreiben. Aber auch der kann ja sehr schön sein und heiß manchmal auch. Und wichtig.

Wichtig? Richtig. Wie im wahren Leben. Wem das noch nicht aufgefallen ist, der (oder die) sollte sich mal mit offenen Augen in der Welt umsehen. Und damit meine ich nicht die Tatsache, dass uns nackte Menschen in der Werbung oder Bettszenen schon in für kleine Kinder zugänglichen Nachmittags-TV-Serien um die Ohren gehauen werden.

Ob und was das alles am Ende mit der im Buchtitel genannten Vergeltung zu tun hat, ist wieder ein ganz anderes Thema. Erwähnenswert ist in dieser Hinsicht, dass ich ursprünglich eine etwas andere Version der Geschichte geplottet hatte. Während des Schreibens meldete sich dann aber eine Figur, die ich so gar nicht als wichtig auf dem Schirm hatte, und drängte sich ins Rampenlicht. Gewissermaßen. Das hat dazu geführt, dass der Krimiteil der Geschichte nun etwas anders ausgegangen ist als geplant. Für euch vielleicht in mehrerlei Hinsicht überraschend, denn so ein Ende hatte ich bisher auch noch nicht. Wie ich schon sagte: Das Buch ist anders.

Trotzdem werdet ihr eine Menge vertrauter Momente verspüren, etwa wenn Adelina es schafft, immer wieder das letzte Wort zu haben, oder bei den hitzigen Wortgefechten, die Mira und Tilmann sich liefern. Dieses Mal ist Adelina übrigens sehr um ihre guten Küchenmesser besorgt. Warum und wozu das führt, darauf dürft ihr jetzt noch knapp drei Monate lang gespannt sein. 😉

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Textschnipsel Nr. 6: Körbchen mit Meerblick
Entschleunigung. Oder: Chill mal heftig!

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Cover zu Textschnipsel aus Vergeltung im Muenzhaus


Vergeltung im Münzhaus

Historischer Roman
Petra Schier

Rowohlt-Taschenbuch + eBook
ca. 384 Seiten, ISBN  978-3-4992695-85-7
9.99 Euro

Erscheint am 26. August 2016

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Gewinnerin des 4. Gewinnspiels der Release-Party für „Körbchen mit Meerblick“ steht fest

lucky-clover-437259_1280Auf Facebook hat die Glücksfee inzwischen alle Namen der Teilnehmer meines 4. Gewinnspiels der Release-Party für Körbchen mit Meerblick in den Lostopf geworfen, gut geschüttelt und dann eine Gewinnerin gezogen.

Ihr Name: Nina Glasmacher

Herzlichen Glückwunsch!

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Gewinnspiel Nr. 4 der Release-Party für „Körbchen mit Meerblick“

Banner Körbchen mit Meerblick Release-Party

Kennt ihr das auch, dieses Meer- und Urlaubsweh? Da kann ich hoffentlich ein wenig Linderung verschaffen. Ich verlose nämlich auf meiner Facebook-Autorenseite ein wunderschönes Fanpaket, bestehend aus einem signierten Exemplar von Spionin wider Willen, das ist der erste Band der Vorabendkrimiserie, die ich als Mila Roth veröffentliche, einer Autogrammkarte, einem Teelichtset (Duftnote Lemon) und einem Beutel mit Deko-Muscheln.

Na, wie hört sich das an? Damit kann man sich doch den Urlaub an der See geradewegs zu sich nach Hause holen, findet ihr nicht?

Um teilzunehmen, müsst ihr allerdings auf Facebook registriert sein. Wenn das der Fall ist, klickt jetzt einfach HIER oder unten auf das Foto. Viel Glück!

Banner Gewinnspiel Fanpaket 2016

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Gewinnerin des 3. Gewinnspiels der Release-Party für „Körbchen mit Meerblick“ steht fest

lucky-clover-437259_1280

Die Glücksfee hat inzwischen alle Namen der Teilnehmer meines 3. Gewinnspiels der Release-Party für Körbchen mit Meerblick in den Lostopf geworfen, gut geschüttelt und dann eine Gewinnerin gezogen.

Ihr Name: Susanne Keller

Herzlichen Glückwunsch!

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Textschnipsel Nr. 3: Vergeltung im Münzhaus

Ein bisschen früher, als der letzte Textschnipsel kommt dieser hier. Obwohl es ja nur noch drei Monate bis zum Erscheinen des Romans sind, hibblen viele von euch schon ganz arg, das weiß ich. Deshalb habe ich euch heute ganz spontan noch mal einen kleinen Einblick in die Geschichte zusammengestellt. Ich hoffe er gefällt euch. Wie immer ist das Ganze noch nicht lektoriert oder glattgeschliffen, also verzeiht mir die eine oder andere stilistische Unebenheit.

»Du lässt sie ja nicht einmal zu Wort kommen«, schalt Adelina erneut gutmütig und trat nun selbst auf ihre Stieftochter zu, die bisher noch gar nichts gesagt hatte. Ein wenig blass wirkte sie, aber nach den Ereignissen des Tages war das wohl verständlich. Dass ausgerechnet Cristan Reese Griet nach Hause begleitet hatte, erschien ihr zwar als ehrenhaft, jedoch hinsichtlich Griets Verhalten von neulich ein klein wenig besorgniserregend. Sie schien es allerdings recht gut verkraftet zu haben, denn nun lächelte sie ebenfalls.
»Schon in Ordnung, Mutter, ich weiß doch, wie Mira ist. Mir geht es gut.« Sie räusperte sich, da ihre Stimme ein wenig gepresst klang. Adelina schob es erneut auf die Aufregung der vergangenen Stunden. »Clara ist jetzt in Einzelhaft in der Kunibertstorburg. Mutter, ich habe mir erlaubt, für sie zu bezahlen. Ich hoffe, du bist mir deswegen nicht böse. Wenn du willst, zahle ich es zurück.«
»Ach du liebe Zeit, wo denkst du denn hin?« Adelina winkte ab. »Du hast genau das Richtige getan. Wenn ich an die ekelhaften Gestalten denke, die dort eingekerkert sind! Eine eigene Zelle mag teuer sein, aber die arme Clara ist dort allemal besser untergebracht. Ich frage mich, wer in aller Welt sie dieses Mordes bezichtigt haben mag.«
»Es war Wendel, der Knecht des Kürschners.«
»Auch das noch! Woher weißt du das?«
»Hauptmann Reese hat es uns gesagt.«
»Euch?« Adelina hob erstaunt den Kopf.
»Clara und mir.« Griet räusperte sich erneut und spielte an einer Rockfalte herum. »Deshalb bin ich doch dort geblieben. Er bat mich … na ja, weil ich mit Clara befreundet bin, wollte er, dass ich bei ihrer Befragung dabei bin.«
»Was hat er denn überhaupt damit zu tun? Ist das nicht Sache des Vogtes oder des Gewaltrichters?«
»Er hilft dem Gewaltrichter, weil er dessen Posten ab Oktober übernehmen wird«, erklärte Griet. »Das hat er auch erst heute erfahren, aber jetzt soll er wohl gleich in das Amt eingewiesen werden, damit die Übergabe reibungslos klappt.«
»Das ging ja schneller als vermutet«, befand Tilmann. »Ich hätte nicht gedacht, dass Rat und Schöffen sich so schnell einig werden. Aber gut für Cristan. Das Amt passt zu ihm.«
»Und er wollte, dass du bei der Befragung anwesend bist? Dann hast du also mit Clara gesprochen?«, hakte Adelina nach. »Geht es ihr gut?«
»Ich glaube schon.« Griet nickte.
»Die Angelegenheit wird sich doch sicher schnell aufklären«, mischte Mira sich ein. »Ich begreife gar nicht, wie dieser Wendel dazu kommt, Clara anzuzeigen.«
»Ich habe dem Hauptmann auch gleich gesagt, dass Clara unschuldig ist. Aber da wusste ich noch nicht, dass …« Griets Miene verdüsterte sich. »Die Sache ist wohl nicht so einfach. Es ist nämlich so, dass Wendel auch behauptet hat, Clara habe damals in Aachen schon einmal einen Mann getötet.«
»Was?« Adelina und Mira starrten sie fassungslos an.
Tilmann runzelte die Stirn. »In Aachen?«
»Sie soll ihn erschlagen haben.«
»Das ist doch Unfug!«, rief Mira.
Griet schüttelte den Kopf. »Anscheinend ist es das nicht. Clara hat zugegeben, dass sie kurz vor ihrer Flucht einen Freier mit einem Steinkrug geschlagen hat. Geschlagen wohlgemerkt, nicht erschlagen. Sie wollte ihn wohl nur abwehren.« Griet schluckte hart, sprach jedoch unbeirrt weiter. »Sie sagt, er wäre noch am Leben gewesen, als sie weggerannt ist. Aber Wendel behauptet, er sei tot gewesen.«
»Das ist allerdings übel.« Besorgt verzog Adelina die Lippen. »Gibt es irgendeinen Beweis, dass Clara für den Tod dieses Freiers verantwortlich ist? Zeugen?«
»Das wissen wir noch nicht.« Griet hob die Schultern. »Wir … Hauptmann Reese konnte Clara nicht weiter befragen, weil ich …« Sie stockte und knabberte kurz an ihrer Unterlippe. »Mir war nicht gut und er war so freundlich, mich nach Hause zu bringen.«
»Was fehlt dir denn?« Erschrocken fasste Adelina Griet am Arm und musterte sie eingehend. »Ich dachte vorhin schon, dass du ein bisschen blass bist. Du wirst doch nicht etwa krank werden?«
»Nein, nein, Mutter. Sei unbesorgt. Mir geht es schon wieder gut. Es war bloß der Schreck …«
»Der Schreck?« Fragend musterte Tilmann sie.
»Äh, ja, wegen Claras Verhaftung und so. Die Aufregung.« Griet nestelte erneut an ihrer Rockfalte herum und Adelina konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie ihnen etwas verschwieg. »Die Luft in der kleinen Zelle war auch nicht so angenehm, deshalb … Aber jetzt geht es mir wieder ganz gut. Wirklich.«
»Na hoffentlich!« Mitfühlend strich Mira ihr über die Wange. »Komm, gehen wir in die Küche und sehen nach, ob es irgendwo noch Würzwein und süße Wecken gibt. Die werden dich schon wieder kräftigen. Und dann müssen wir uns unbedingt überlegen, wie wir Clara helfen können.«
»Wenn ihr überhaupt zu helfen ist«, gab Tilmann zu bedenken. »Es besteht immerhin auch die Möglichkeit, dass sie es tatsächlich gewesen ist.«
»Wie bitte?« Miras Kopf ruckte zu ihm herum. »Das glaubst du doch nicht im Ernst! Clara könnte keiner Fliege etwas zuleide tun.«
»Auch nicht dem Mann, der sie gezwungen hat, in einem Dirnenhaus zu arbeiten?« Er hob beschwichtigend die Hände, bevor Miras Temperament erneut mit ihr durchgehen konnte. »Ich sage ja nur, dass sie im Augenblick die Einzige ist, die einen nachvollziehbaren Grund hatte, den Kürschner zu ermorden. Mag sein, dass sie es nicht wahr, doch um das zu beweisen, müssten wir zumindest einen anderen Verdächtigen finden.«
»Der Münzwechsler selbst könnte es gewesen sein«, schlug Griet vor.
Inzwischen hatten sie sich in die Küche begeben. Adelina hatte alle Türen offengelassen, damit sie hörten, wenn jemand die Apotheke betrat, und ging rasch in den Vorratsraum, um Wecken und Wein zu holen.
Mira stellte Becher auf den Tisch und sie setzten sich. »Das wäre eine Möglichkeit. Was wollte der Kürschner überhaupt bei Birboim? Woher kannten sie sich?«
»Gute Fragen, die die Schöffen sicherlich auch stellen werden.« Tilmann nahm Adelina den schweren Weinkrug ab und schenkte der Reihe nach allen ein. »Wenn ich es recht verstanden habe, war Clara zur Zeit des Mordes in Birboims Haus?«
Adelina nickte. »Ich traf sie dort, als ich das Haus verließ.«
»Sie war bei Frau Lisbeth.« Griet berichtete, was Clara dem Hauptmann erzählt hatte und schloss mit den Worten: »Sie glaubt, Wendel beschuldige sie, weil er dem Kürschner so treu ergeben war und wahrscheinlich glaubt, sie hätte befürchtet, zurück nach Aachen geschickt zu werden.«
»Was gar nicht so abwegig ist.« Adelina seufzte. »Was für eine verfahrene Situation! Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Clara ihren Vater umgebracht hat.«
»Solange es keine Beweise, Zeugen oder ein Geständnis gibt, werden die Schöffen Clara nicht verurteilen«, sagte Tilmann, schränkte jedoch sogleich ein: »Aber im Gefängnis behalten werden sie sie, bis sie Sache aufgeklärt ist. Wie lange auch immer das dauern wird. Falls sie sich überhaupt klären lässt.«
»Wir müssen ihr helfen!« Griet nippte nur an ihrem Wein und drehte dann den Becher zwischen den Fingern. »Sie war es nicht, da bin ich ganz sicher.«
»Das sind wir wohl alle, bis auf meinen Herrn Gemahl.« Mira warf Tilmann einen schrägen Seitenblick zu, woraufhin dieser die Stirn in Falten zog. »Frau Gemahlin, Ihr legt mir mal wieder Worte in den Mund, die ich nie gesprochen habe. Ich habe lediglich angemerkt, was auch die Schöffen und der Gewaltrichter annehmen werden, solange es keine anderen Hinweise gibt.«
»Dann gehen sie aber von vollkommen falschen Annahmen aus.« Mira sah ihn herausfordernd an.
Tilmann zuckte die Achseln. »Was aber auch erst einmal zu beweisen wäre. Ich sehe schon, uns wird nichts anderes übrig bleiben, als den alten und den zukünftigen Gewaltrichter bei der Untersuchung dieses Mordes zu unterstützen. Ausgerechnet jetzt, als hätten wir mit dem Turnier nicht genug zu tun.«
»Claras Wohlergehen und der Beweis ihrer Unschuld sind wohl wichtiger als das Turnier!« Mira funkelte ihn an.
Tilmann nickte bedächtig. »Sagen wir mal so: Beides ist wichtig, auf jeweils andere Weise. Zum Glück sind wir zu mehreren, sodass es vergleichsweise leicht möglich sein sollte, die Vorbereitungen voranzutreiben und gleichzeitig Erkundigungen einzuholen.« Er neigte den Kopf ein wenig zur Seite und lächelte Adelina schmal zu. »Dabei war es gerade einmal so schön friedlich. Was ist nur mit dieser Familie, dass wir immer wieder in solche Geschehnisse verwickelt werden?«
Adelina hob nur die Schultern. Diese Frage hatte sie sich in der Vergangenheit bereits oft genug gestellt. Eine Antwort darauf hatte sie bislang allerdings nicht gefunden.

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Über Fragen, Kommentare, Anregungen usw. würde ich mich wie immer sehr freuen.

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Entschleunigung. Oder: Chill mal heftig!

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Cover zu Textschnipsel aus Vergeltung im Muenzhaus


Vergeltung im Münzhaus

Historischer Roman
Petra Schier

Rowohlt-Taschenbuch + eBook
ca. 384 Seiten, ISBN  978-3-4992695-85-7
9.99 Euro

Erscheint am 26. August 2016

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Entschleunigung. Oder: Chill mal heftig!

Immer wieder beklagen wir uns, dass die Zeit so schnell vergeht, dass wir dauernd Stress haben und die Hektik unsere Tage bestimmt. Manchmal auch die Nächte.

Entschleunigung ist hier das Zauberwort, um dem entgegenzuwirken. Doch wie soll das gehen?

Manchmal wird einem die Antwort darauf auf dem Silbertablett serviert. Oder mitten auf einer Dorfstraße. Mir ging es jedenfalls vergangene Woche so, als ich mit dem Auto durch unseren Nachbarort Staffel fuhr, auf dem Weg zum Supermarkt bzw. Discounter. Und Bäcker. Und Drogerie. Ihr wisst schon. Einkaufen halt.

Mein Auto war voll mit Leergutkisten, auf den Rücksitzen stapelten sich Säcke für den Altkleidercontainer und im Hinterkopf rechnete ich bereits, wann ich wieder zu Hause sein würde, weil ich ja dringend an meinem aktuellen Manuskript weiterarbeiten musste.

Ich fuhr also durch Staffel, um eine lang gezogene Kurve und …

STOPP!!!

Ich musste anhalten, weil nämlich ein bezauberndes Entenpärchen meinen Weg kreuzte. Von links nach rechts und mit einer Seelenruhe, die wohl nur Enten mitten auf der Straße zu eigen ist. Manchmal auch Katzen.

Die beiden watschelten gemütlich und so, als würden sie dabei angeregt miteinander plaudern, ihres Weges. Ich sah ihnen dabei zu und musste … lächeln. Einfach, weil es so ein netter Anblick war. Zeitdruck und Stress waren vergessen und selbst, als die beiden dann sicher auf der anderen Straßenseite angekommen waren und ich weiterfahren konnte, behielt ich das Lächeln bei. Auf den Lippen und im Herzen. Es hielt sogar noch länger, während der gesamten Zeit, die ich für meine Besorgungen benötigte.

Erst später dachte ich daran, dass ich die beiden doch eigentlich hätte fotografieren müssen. Für mich, für euch. Aber das hatte ich total vergessen. Oder vielmehr war ich so fasziniert und erfreut über den Anblick des Entenpärchens, dass mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, etwas anderes zu tun als zuzuschauen.

Auf dem Rückweg, etwa anderthalb Stunden später, fuhr ich natürlich wieder durch Staffel und ratet mal, er mir begegnet ist? Der Erpel, also die eine Hälfte jenes Entenpärchens von vorher. Seine Partnerin war offenbar schon weiter in den offenen Garten gewandert, der sich neben der Straße befand. Er selbst ging nicht, watschelte auch nicht, nein, er stand seelenruhig auf der Straße und guckte in die Gegend. Und jetzt dachte ich auch daran, mein Smartphone zu zücken.

Voiá:

Foto Erpel auf Dorfstraße

Bis er sich bequemte, weiterzugehen, mussten noch zwei weitere Autos anhalten, was ihn zunächst aber überhaupt nicht beeindruckte. Erst, als der Fahrer eines der Autos ausstieg und ihn energisch weiterscheuchte, ließ der Erpel sich herab, ebenfalls den Garten aufzusuchen. Und das mit einem Blick, der zu fragen schien: „Wozu die Aufregung? Ich bin eine Ente und kein D-Zug! Chill mal heftig!“ Letzteres ist ein Satz, den mein Mann häufig von den Auszubildenden in seiner Firma zu hören bekommt. 😀 Ich fand, dass der Erpel wirklich so aussah, als wolle er genau das sagen.

Chill mal heftig.

Entschleunige deinen Tag.

Halte die Augen offen für die kleinen Wunder am Wegesrand (oder mitten auf der Straße in diesem Fall).

Man könnte natürlich argumentieren, dass die Enten ziemlich gefährlich leben, wenn sie so gemütlich über öffentliche Straßen latschen. Aber tun wir das nicht auch, wenn wir überhastet, gestresst und ständig Terminen hinterher hechtend durchs Leben rasen?

Ich für meinen Teil bevorzuge die entschleunigte Variante. Vor allem dann, wenn sie mir auf derart reizende Weise aufgedrängt wird.

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Liebt ihr sie auch, diese Glückspilzmomente im Leben? Möchtet ihr sie mit anderen Menschen teilen? Dann macht doch einfach mit bei der Aktion Glückspilzmomente! Es ist ganz einfach und Regeln gibt es nur ganz wenige. 😉

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Glückspilzmomente

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